Bist Du vegan und stößt öfter mal auf Kritik in Deinem Freundeskreis? Mußt Du mit Verwandten diskutieren und Deine Ernährungsform rechtfertigen? Dann bist Du hier richtig denn wir haben Tipps für Dich, wie Du Dir und den anderen das Leben erleichtern kannst.

Wenn Du Deine Ernährung auf pflanzenbasierte Ernährung umstellst, kann es sein, daß Dein Umfeld nicht so positiv reagiert, wie Du es Dir gewünscht hättest. Das ist uns auch so gegangen und auch einigen unserer Freunde und Bekannten, die sich auch für die vegane Ernährung entschieden haben. Wir haben uns anfangs eine Fülle an Bedenken und unangebrachten Bemerkungen angehört.

Nach und nach haben wir dazugelernt und wissen nun, wie wir am Besten mit Menschen umgehen können, die dem Thema vegan kritisch gegenüberstehen. Damit Du es leichter hast als wir am Anfang, haben wir Dir unsere Tipps aufgeschrieben. So kannst Du es Dir selbst und den anderen erleichtern.

3 wichtige Tipps für den Umgang mit Deinem kritischen Umfeld

1 Deine persönliche Entscheidung

Es ist wichtig, daß Du Dir darüber klar wirst, was Du willst und wo Du stehst. Hab Vertrauen zu Dir selbst und der Entscheidung die Du getroffen hast. Sei im Reinen mit Dir.

Sicherlich hast Du Dir vor Deiner Umstellung auf vegan viele Gedanken gemacht, Nachforschungen im Internet betrieben, Bücher gelesen oder Informationen zusammengesammelt, gelesen und verinnerlicht. Du weißt also, was es bedeutet, vegan zu leben, und hast Dich aktiv dafür entschieden. Mache Dir klar, daß Du Dich mit Deiner Entscheidung gut fühlst und sie die richtige Entscheidung für Dich ist. So kannst Du den veganen Lebensstil besser vor anderen Menschen vertreten.

Das ist Dein Weg und Deine Entscheidung! Andere müssen diesen Weg nicht gut finden. Das muss man sich auch klarmachen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wirst Du auf Menschen stoßen, die mit dem vegan sein nichts anfangen können und ihn nicht gut finden. Die gute Nachricht ist: Sie müssen es auch nicht gut finden, denn es ist nicht ihr Weg sondern Deiner. Warte also nicht darauf, daß andere Dir beipflichten. Es geht um Dich und Deinen Weg.

2. Verständnis für Dein Gegenüber

Oft machen sich Verwandte oder Freunde Sorgen, wenn sie hören, daß man plötzlich Veganer ist. Zumindest haben wir diese Erfahrung gemacht. Vielleicht haben sie Vorurteile gehört und sind der Überzeugung, pflanzenbasierte Ernährung sei nicht das Richtige, ja sogar schädlich für Dich. Man kennt ja die gängigen Ängste und Fragen wie: „Was kannst Du denn dann überhaupt noch essen?“, „Und wo bekommst Du dann Dein Eisen her?“,  „Du brauchst aber doch Vitamin B12“ oder „Aber Milch ist gut für die Knochen“. Meist sind das Vorurteile, die an der Oberfläche verbleiben und die zeigen, daß sich derjenige noch nicht näher mit dem Thema Vegan beschäftigt hat. Man hat sich ein Urteil gebildet – oder einfach übernommen  -, ist aber nie in die Tiefe gegangen und hat sich nie ernsthaft mit dem Vegan sein auseinandergesetzt.

Hier hilft es unserer Meinung nach, Verständnis zu haben. Sie es als das an, was es ist: Sorge und Fehlinformation. Nicht mehr und nicht weniger. Du kannst Deinem Gegenüber sagen, daß Du seine Sorge vertehen kannst. Auf die Art kommt unserer Erfahrung nach eher ein Gespräch zustande. Sage aber auch, daß Du Dich ausreichend informiert und mit dem Thema auseinandergesetzt hast und Dir sicher bist mit dem was Du tust. Du mußt nicht zurückrudern und Dich schlecht fühlen. Versuche, das Ganze eher von Außen zu betrachten.

Manchmal hilft es auch, den anderen einzuladen, sich selbst Wissen zum Thema anzueignen, Bücher oder Studien zu lesen oder einfach auf verschiedene Internetseiten zu gucken, die Du empfehlen kannst. Du kannst das Angebot machen, anschließend neu zu diskutieren.

Dann passiert oft folgendes: die einen wollen gar nicht mehr diskutieren, weil sie kein Interesse am Thema haben und sich nicht die Mühe machen wollen, sich zu belesen. Die anderen sind ernsthaft interessiert und es findet ein echter Austausch statt. In beiden Fällen hast Du was gewonnen: entweder Deine Ruhe oder aber mehr Verständnis beim anderen. 🙂

3. Keine Bekehrungsversuche bei anderen machen

Anfangs waren wir so beseelt und glücklich mit der neuen Ernährungsform, daß wir allen davon erzählt haben und am Liebsten unser ganzes Umfeld überzeugen wollten. Doch wir haben vor lauter Euphorie nicht gemerkt, daß das aber niemand sonst wollte. 🙂

Es hat nicht geholfen, denn Freunde und Verwandte waren nicht bereit für dieses Thema. Das Einzige, was wir erreicht haben, war, daß wir einigermaßen militant rübergekommen sind und es heiße Diskussionen und Unmut auf beiden Seiten gab. Erst später haben wir gemerkt, daß jeder gut so ist wie er ist und jeder eben auch an seinem eigenen Punkt seiner persönlichen Entwicklung steht. Will heißen: Du bist nicht verantwortlich für die Entscheidungen und Veränderungen der anderen.

Deshalb unser Rat an Dich: erspare Dir diese Erfahrungen. Stehe vertrauensvoll hinter dem was Du tust aber lass die anderen ihre eigenen Erfahrungen machen. Wenn sie bereit sind, sich dem Thema natürliche Ernährung zu öffnen, werden sie es tun und dann ist der Dialog ein ehrlicher und inspirierender, der beide Seiten bereichern kann.

Diese Ratschläge sollen Dir eine Hilfe sein im Umgang mit krititschen Freunden und Verwandten. Wir wissen, daß dieses Thema sehr kritisch ist und unterschiedliche Menschen auf die verschiedensten Erfahrungen zurückblicken, was das omnivore Umfeld angeht. Nicht zuletzt sind fast immer Emotionen im Spiel, vor allem, wenn man mit der eigenen Familie diskutiert.

Was sind Deine Erfahrungen? Bitte hinterlasse uns doch Deine Meinung in den Kommentaren, damit wir uns mit Dir austauschen können.

Love and vitality,

Angie, Tommy und die Kids

 

 

4 Kommentare

  1. Hallo Angie,

    ich lebe ja auch seit knapp 2 Jahren vegan und habe es ähnlich wie ihr gehalten. Ich bin sogar sehr zurückhaltend und habe nie versucht andere zu überzeugen – ich achte die Einstellung der Anderen…
    Wie ist es denn, wenn andere Dich wieder bekehren wollen und eure Einstellung nicht achten?

    Ich habe aktuell folgende Erfahrung gemacht:
    Eine Freundin von mir, auf deren Kinder ich ab und zu aufpasse, hat jetzt von mir erwartet, dass ich ihnen Fleisch zum Mittagessen brate – sie weiß, dass ich aus ethischen Gründen Vegan geworden bin. Schickt mir ein Bild von dem Fleisch und schreibt dazu „Yummy Fleisch“. Ich war so baff, dass ich erst garnicht reagieren konnte – ich werte so etwas schon als Grenzverletzung und ich denke, dass man dann auch deutlich machen kann wo man steht und dann auch überlegt, ob man solche Freunde/Bekannte braucht.

    Liebe Grüße
    Mirja

    Antworten
    • Liebe Mirja,
      ich finde es toll was Du schreibst. Genau so geht es unserer Meinung nach. Die anderen so lassen wie sie sind aber man darf auch erwarten, daß man selbst akzeptiert wird. Das finde ich schon grenzwertig, was Du über Deine Freundin schreibst und ich denke, an der Stelle darf man auch was sagen und klarmachen, daß es verschiedene Lebenswege und Arten gibt und Du niemanden brauchst, der versucht, Dich zu ändern. Man kann ja sagen, daß sowas nichts mit Freundschaft zu tun hat und dann abwarten wie der andere reagiert. Ich versteh genau was Du meinst, da wird eine Grenze überschritten.
      Bei uns passiert das zum Glück nicht mehr, daß andere versuchen, uns wieder zu Fleischessern zu machen. Sollte das wieder der Fall sein, würde ich mir das verbitten. Freundlich aber bestimmt. Und wenn es gar nicht geht distanziert man sich eben.
      Liebe Grüße,
      Deine Angie

      Antworten
      • Danke Angie ? Tut gut sich mit Gleichgesinnten austauschen können. LG

        Antworten
        • <3 Ja, das finde ich auch!

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