Wie kannst Du Dir Deine Zahnpasta selbst machen und warum solltest Du das überhaupt tun?

Als wir vor Jahren angefangen haben, uns für die gesunde Ernährung zu interessieren, sind auf einmal auch für so viele andere alternative Themen in unsren Köpfen Tür und Tor geöffnet worden. Nach und nach sind wir mit immer mehr Gesundheitsthemen konfrontiert worden, für die wir uns vorher einfach nie interessiert hatten.

So war es auch mit der Zahnpasta bzw. mit dem Fluorid. Mit Fluorid hat alles angefangen. Als wir herausgefunden hatten, dass es sich bei Fluorid um einen potentiell giftigen Stoff f handelt, haben wir sofort auf die Zutatenliste unserer Zahnpastatube geschaut. Und tatsächlich, Fluorid ist in den meisten herkömmlichen Zahncremes drin. Sogar in Kinderzahncreme. Aber nicht nur das, es sind auch jede Menge anderer chemischer Substanzen darin, die wir nicht identifizieren konnten.

Es heißt, dass Fluorid vor aber vor Karies schützt, in zu hohen Mengen allerdings gesundheitsschädlich wirken kann. An dieser Stelle haben wir uns gefragt, wie sinnvoll es ist, Fluorid gegen Karies zu benutzen, aber dadurch an anderer Stelle unsere Gesundheit zu gefährden.

Wir haben die herkömmlichen Zahncremes dann weggeschmissen und durch andere ersetzt.

Was mich, Angie, immer besonders irritiert hat: Laut Zahnarzt ist Fluorid gesund weil es die Zähne stärkt – für Erwachsene, weshalb es sich in deren Zahnpasta befindet. Für Kinder jedoch soll es laut Aussage eines Zahnarztes krebserregend sein. Aus diesem Grunde dürfen kleine Kinder noch keine Fluoridzahncreme benutzen.

Zwei Fragen drängen sich auf:

Warum bekommen dann alle Säuglinge Fluoridtabletten?

Wenn das Zeug für Kinder krebserregend ist – warum sollte ich es dann als Erwachsener oder als Kind ab sechs Jahren nehmen?

Weil man dann soweit ist dass man verstanden hat dass man es ausspucken muss und nicht runterschlucken darf? In unseren Augen eine eher dürftige Erklärung. Schließlich nimmt auch die Mundschleimhaut Wirkstoffe auf. Nur in großen Mengen giftig? Auch keine gute Erklärung. Mal ehrlich, wenn ich höre, dass etwas in kleinen Mengen unbedenklich ist, in größeren Mengen aber zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen kann, dann möchte ICH das Zeug überhaupt nicht erst nehmen!

Wenn man sich dann noch die Zahnpastatuben anschaut findet man etliche Zutaten. Alles Chemie oder Zucker. Außer dem Wasser. Zucker ist ganz besonders in Kinderzahncremes zu finden. Damit sie besser schmeckt. Wir fragen uns: Wo ist da der Sinn des ganzen? Ich putze meine Zähne mit einer Zahncreme, die mich vor Karies schützen soll, in der aber Zucker drin ist, der wiederum für die Entstehung von Karies sorgt? Das macht doch gar keinen Sinn. Das wollten wir nicht mehr und haben nach Alternativen geschaut.

Was kannst Du tun wenn Du keine herkömmliche Zahnpasta verwenden willst?

Verwende alternative Zahncremes

Hier bieten sich Produkte von Weleda oder Lavera an. Damit haben wir gute Erfahrungen gemacht. Bei den Weleda-Produkten findest Du eine gute Auswahl zwischen Calendula-, Rathania-, Solezahncreme und weiteren. Es gibt auch eine Ayurvedische Zahncreme, die wir gut finden. Schau im Reformhaus, im Bioladen oder in der Apotheke nach und informiere Dich über die verschiedenen Anbieter.

Mach Dir Deine Zahncreme selbst

Du glaubst nicht, wie einfach es ist, sich die Zahnpasta selbst herzustellen. Nur wenige Handgriffe sind nötig, der Aufwand ist so gering, dass es für uns in die Rubrik „keeping it simple“ fällt.

DIY Zahncreme – so geht’s!

Folgende Zutaten brauchst Du:

1 vollen EL kaltgepresstes oder natives Kokosöl

Kokosöl eignet sich wunderbar, weil es starke keimtötende Wirkung zeigt. Es hat nicht nur antibakterielle und antivirale Wirkung, sondern hilft auch gegen Pilze.

Das Kokosöl sollte zur Zubereitung warm sein, also vorher nicht im Kühlschrank lagern. Dann kann man es nicht mehr verrühren. Es hat die Eigenschaft, beim Rühren flüssig zu werden. Um Deine Zahnpasta wieder fester zu bekommen, kannst Du sie einfach für ca. 20 Minuten in den Kühlschrank stellen.

1 gehäuften TL Kurkuma-Pulver

Kurkuma ist eine asiatische Wurzel, die zum Würzen zu Pulververarbeitet wird. Auch Kurkuma wirkt stärkend auf die körpereigene Abwehr und reduziert Krankheitserreger im Mundraum. Es wirkt antientzündlich und schmerzlindernd.

1 Messerspitze Natron (wahlweise, muss nicht rein)

Ca 20 Tropfen Minzöl

Die Menge des Öls hängt davon ab, wie frisch und „minzig“ Du Deine Zahncreme haben möchtest. Du kannst auch ein anderes Öl wie Eukalyptus-, Teebaum- oder Lavendelöl nehmen.

Tipp: Gegen Schmerzen am Zahnfleisch hilft Nelkenöl!

Wenig Stevia oder Birkenzucker ( Xylit )

Wahlweise, muss nicht rein.

Beides ist im Reformhaus erhältlich. Du brauchst wirklich nur ganz ganz wenig Steviapulver, da Stevia eine sehr hohe Süßkraft besitzt! Nimm weniger als eine Messerspitze voll sonst dominiert der süße Geschmack.

Gerade wenn Du die Zahncreme auch für kleine Kinder nutzen willst eignet sich der Birkenzucker bzw. Stevia. Natürlich kannst Du diese Zutat auch einfach weglassen!

Nun verrührst Du einfach alle Zutaten und schon ist Deine Zahncreme nach wenigen Minuten fertig und Du kannst sie benutzen!

Schon gewusst?

Um Schmerzen zu lindern und einen frischen Atem zu erhalten kannst Du Nelkenöl nutzen oder aber auf einer Nelke kauen. Es wirkt nicht nur antiseptisch sondern auch betäubend. Gleiches gilt für Kardamom. Auch er wirkt antibakteriell und beseitigt Mundgeruch.

Viel Spaß beim Herstellen Deiner ersten eigenen Zahncreme wünschen wir Dir!

Love and vitality,

Angie, Tommy und die Kids

11 Kommentare

  1. Danke euch beiden für diesen Tipp. Ich überlege schon sehr lange, wie ich am besten Zahnpasta selbst herstellen soll. Wo füllt ihr diese Paste denn dann ab? Gibt es da leere Tuben in welche man das einfüllt oder gebt ihr dies in ein Schraubglas aus welchem man sich dann „bedient“.

    Liebe Grüße

    Birgit

    Antworten
    • Liebe Birgit,
      kennst Du die kleinen Gläschen mit veganem Aufstricht drin? Die gibt es zum Beispiel von Alnatura oder auch von Zwergenwiese. Ich spüle uns die Gläser mit Schraubverschluss durch wenn sie leer sind und nutze sie dann, um die Zahncreme reinzufüllen. Jetzt im Sommer muss die Creme hin und wieder in den Kühlschrank sonst wird sie zu flüssig. Da wir kein Plastik nutzen wollen nehmen wir diese Variante. Geht aber natürlich auch in noch kleineren Gläschen. Wenn Du sie gekühlt aufbewahrst ist die Zahncreme recht langlebig! Und keine Sorge: selbst wenn Du sie mit einem Messer auf die Bürste streichen musst weil sie zu fest ist – im Mund wird sie ganz schnell wieder weich!

      Liebe Grüße,

      Angie

      Antworten
  2. Hallo,
    die Zahnpasta steht im Badschrank oder im Kühlschrank. Nun lebe ich ja auf Zypern und hier ist es dauer-heiß.
    Lasse ich die Creme im Bad ist es total flüssig, ist es im Kühlschrank total fest. Letzteres wäre mir auch lieber, aber da hab ich doch noch eine Frage.
    Kurkuma setzt sich am Boden meines Glases ab. Es bleibt keine Einheit. Wenn ich es im Kühlschrank habe, wird es genauso fest und ich habe oben nur das Kokosöl. Ist es normal, dass sie Kurkuma vom Öl trennt oder sollte es eine Masse bleiben?

    Ansonsten bin ich sehr zufrieden und habe es heut morgen schon probiert. Die Menge der Minzöltropfen war genau richtig.

    Antworten
    • Liebe Silke, ich habe unsere Zahncreme immer im Kühlschrank im Moment weil es hier auch einfach zu heiß ist. Ich finde es auch nicht schlimm, dass sie dann im Mund erst weich werden muss, denn das geht ja recht schnell beim Kokosöl. Aber hast Du vielleicht einen Keller, indem es kühl ist aber nicht ganz so kalt wie im Kühlschrank? Dann wird die Creme nicht ganz so fest.

      Wenn wir die Zahncreme anrühren achten wir darauf, dass das Kokosöl vorher in der Kühlung war. Beides vermischt sich besser, wenn das Kokosöl vorher nicht ganz flüssig war. Dass sich das Kurkuma nicht absetzt bekommst Du meiner Erfahrung nach nur hin, wenn Du die Mischung nicht flüssig werden lässt. Oder vor dem Gebrauch schütteln, das geht auch.

      Hört sich sehr schön an, ein Zuhause auf Zypern in der Sonne. <3 Es freut mich, dass die Herstellung so gut geklappt hat. Lass mich wissen, wie es geklappt hat, ich freu mich über Dein Feedback!

      Liebe Grüße,
      Deine Angie

      Antworten
      • Hallo,

        also ich übe mich halt in der Herstellung. Ich habe es gestern nochmal aus dem Kühlschrank raus und alle 15 min durchgeschüttelt. so hat es sich ingesamt verbunden. Ich komme mit dem Auftragen auf die Bürste auch gut klar und bin echt erstaunt, wie glatt sich die Zähne anfühlen und es sind nur die Borsten der Zahnbürste verfärbt.

        Keller gibt es auf einer Insel nicht, zumindest müsste man hier ein Loch in die Erde sprengen….alles ist ja Felsen.

        liebe Grüße von der heißen Insel ( gefühlte Temperatur heute: 41° 😉 )

        Antworten
        • Ja das ist klasse, wie glatt sich die Zähne anfühlen. Dass die Borsten sich verfärben finde ich auch nicht schlimm, dafür hat man gesunde Zahncreme 🙂 Ok, ich dachte, Du hast vielleicht einen Raum der kühler liegt als andere. Aber wie gesagt, wir haben sie auch im Kühlschrank und das geht gut. 41 Grad!! das ist ja der Wahnsinn, da können wir hier nun wirklich nicht mithalten. Aber ich gebe zu das wäre mir auch ZU heiß glaube ich 🙂

          Antworten
  3. Hallo ihr vier.

    finde eure Seite bzw. euern Blog sehr schön und das Rezept für die Zahncreme ist super.
    Könntet ihr bitte noch den Hersteller des Minzöles nennen oder einen Link dazu setzen?
    Besten Dank!

    Liebe Grüße
    Dietgard

    Antworten
  4. Hallo, ich habe eine Frage: Kurkuma färbt ja sehr stark beim würzen die Speisen ein. Färbt es in der Zahnpasta nicht die Zähne gelb oder orange.

    Antworten
    • Hallo Carolin, nein, keine Sorge! Kurkuma färbt die Zahnbürste und auch die Kleidung ein, das muss man wissen. Aber die Zähne färbt es nicht ein, es wird sogar berichet, dass sie nachher weißer aussehen! Liebe Grüße, Angie

      Antworten
  5. Sehr lehrreicher Artikel!
    Weiter so!!!

    Antworten

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *