Ich freue mich, Dir heute diesen ganz besonderen Gastartikel von Astrid Späth präsentieren zu dürfen. Astrid ist Biogärtnerin aus Leidenschaft. Ihr ist es wichtig, dass wir wieder eine Rückverbindung mit Mutter Erde spüren. Sie ist überzeugt von der gesunden, entgiftenden Wirkung biologischer Selbstversorgung auf unseren Körper – ohne Giftcocktails und für mehr Naturverbundenheit.

Heute schreibt sie für uns darüber, wie das Biogärtnern für Einsteiger erfolgreich funktionieren kann. Viel Spaß dabei!

In diesem Artikel möchte ich Dir ein paar einfache Anregungen geben, wie Du in Deinem Garten erfolgreich einige leckere Biogemüse ziehen kannst. Ich zeige Dir den Anbau von Zwiebeln, Spinat, Salat, Radieschen und Kohlrabi.

Hast Du ein kleines Gemüsebeet, vielleicht mit den bewährten Maßen 1, 20 m Breite? (Die Länge ist ganz variabel) Diese Breite ist gut, weil Du dann von beiden Seiten noch bequem die Mitte des Beetes erreichen kannst, ohne auf das Beet treten zu müssen. Jetzt im Frühjahr sollte das Beet aus dem Winterschlaf erwachen. Idealerweise war es während der kalten Jahreszeit mit Laub, Grasschnitt oder Häckselgut abgedeckt, damit die Bodenlebewesen im Boden geschützt und genährt sind.

Mischkultur mit Zwiebeln, Spinat, Salat und Radieschen, Kohlrabi

Mischkultur mit Zwiebeln, Spinat, Salat und Radieschen, Kohlrabi

Nun wird diese eventuell vorhandene Schicht zur Seite gerecht und auf den Kompost gebracht. Wenn diesen Winter noch keine schützende Schicht da war, dann hat Mutter Erde selbst dafür gesorgt, dass eine Bedeckung vorhanden ist. Du musst also die gekeimten Beikräuter erst einmal entfernen. Dann machst Du die Markierung für die vier Pflanzreihen. Am leichtesten geht das, wenn Du eine Schnur spannst. Einfach 2 Stöckchen im vorgegebenen Abstand an beiden Rändern stecken und dazwischen die Schnur spannen. Die erste Reihe ist 15 cm vom Rand entfernt, die zweite 30 cm , die dritte 70 cm und die letzte Reihe 95 cm vom Anfangsrand und 25 cm vom anderen Rand entfernt.

Mit der Grabegabel lockern

Wenn im März der Boden soweit abgetrocknet ist, dass er Dir nicht mehr an den Stiefeln hängen bleibt, dann wird er zunächst einmal gelockert. Nicht mit dem Spaten, sondern indem in regelmäßigen Abständen (alle 10 cm) mit der Grabegabel eingestochen wird und diese dann 2-3 hin-und her bewegt wird. Das führt der Erde Luft zu ohne die Schichten zu wenden.

Steckzwiebeln setzen

Ab ca. Mitte März kannst Du in die erste Reihe Steckzwiebeln setzen. Sie werden beim Gärtner in kleinen Netzen angeboten und sind die einfachste Methode, um Zwiebeln anzubauen.

Sehr wichtig ist es, das Steckgut nicht zu tief in die Erde zu stecken, das obere Drittel sollte noch heraus spitzen. Beim Abstand richtest Du Dich nach der Sorte. Wähle den Abstand so, wie später auch die fertige Zwiebel den Platz benötigt, da sie nicht mehr versetzt werden.

Steckzwiebeln

Steckzwiebeln

Spinat säen

Auch für Spinat passt die Aussaatzeit ab ca. Mitte März. In die zweite Reihe wird Spinat eingesät. Spinat Samenkörner sind vergleichsweise groß, Du kannst sie also nach Packungsaufschrift genau im vorgeschrieben Abstand aussäen. Entweder ziehst Du dafür vorher mit dem Stiel der Hacke oder des Rechens eine Rille. Dort hinein kommen die Samenkörner und werden dann vorsichtig wieder zugedeckt.

Du kannst aber auch die Körner einfach so in den Boden stecken, dann klebt Dir allerdings ständig die Erde an den Fingern und Du kannst dann nicht mehr so gezielt nur ein Korn greifen. Spinat aus dem Anbau von lediglich einer Reihe macht bei der Ernte nicht viel Masse, vielleicht isst Du ihn daher lieber roh. Wichtig ist es, die Rosette bei der Ernte nicht raus zu reißen, sondern die Wurzeln im Boden zu lassen. Sie sind bestes Regenwurmfutter und werten Deinen Gartenboden enorm auf.

Kohlrabi und Salat wachsen ohne Schneckenbelästigung heran

Kohlrabi und Salat wachsen ohne Schneckenbelästigung heran

Salatjungpflanzen setzen

Die Jungpflanzen kaufst Du als Anfänger lieber beim Gärtner, allerdings erst zur Pflanzung ab Anfang April.  Sehr schön sehen 2 verschiedene Sorten im Wechsel aus. Sie werden im Abstand von mind. 25 cm gesetzt. Falls sie noch sehr klein sind, dürfen sie nicht zu tief gesetzt werden, sie müssen noch ein bisschen wackeln. Keine Sorge, sie werden sich später noch aufrichten. Genau zwischen die Jungpflanzen in der Reihe werden nun immer 2-3 Körner Radieschensamen in ein Loch genau in der Mitte zwischen die Salate gesät. Sie wachsen schnell und machen dem Salat später rechtzeitig Platz.

Dieses Beet besteht nur aus Salat und Kohlrabi in Mischkultur

Dieses Beet besteht nur aus Salat und Kohlrabi in Mischkultur

Falls Du bisher Ärger mit Schnecken an Deinen Salaten hattest, dann lies diesen Artikel.

Tipp 1: Stülpe in den ersten 8 Tagen abends z.B. Gurkengläser über die Jungpflanzen. Morgens müssen diese wieder entfernt werden. Nach einer Woche haben die Salate eine Chance, von den Schnecken ignoriert zu werden, da sie dann unterirdisch Wurzeln gebildet haben und dadurch Kraft gewonnen haben.

Tipp 2: Gieße Dein komplettes Beet mit Effektiven Mikroorganismen. Das sind Bodenbakterien, die das Gleichgewicht im Erdreich wieder herstellen. Dadurch wachsen die Pflanzen gesünder und kräftiger und sind dann nicht mehr so attraktiv für Schnecken.

Kohlrabi-Jungpflanzen setzen

Auch der Kohlrabi wird erst Anfang April gesetzt. In die 4. Reihe kommen jetzt noch die Kohlrabi Setzlinge. Diese kaufst Du auch wieder beim Gärtner. Probiere ruhig mal weiße und blaue Kohlrabi im Wechsel aus, das schaut toll aus und schmeckt!

Die winzige Knolle des Setzlings muss auf jeden Fall oberirdisch zu sehen sein, also bitte nicht zu tief setzen! Auch hier ist der Abstand mind. 25 cm von Kohl zu Kohl.

Alle Jungpflanzen werden bei der Pflanzung gut gewässert und dann erst mal in den nächsten 3-4 Tagen nicht sofort wieder gegossen! Warum nicht? Weil Du sie dadurch daran gewöhnst, dass Wasser ausreichend im oberen Teil des Bodens vorhanden ist. Nun sind sie nicht gezwungen, auf der Suche nach Wasser ihre Wurzeln tiefer ins Erdreich zu schieben. Unten wäre noch genug Feuchtigkeit vorhanden, die Pflanzen kommen aber mit den oberflächlichen Wurzeln nicht dran.

Also machst Du sie dadurch abhängig vom Gießwasser und dadurch ziehst Du wieder mehr Schnecken an. Sei also ein bisschen vorsichtig mit dem übermäßigen Gießen und entwickle ein Gespür für den richtigen Zeitpunkt. Nicht jeden Tag am Anfang! Später auch nur aller paar Tage gießen, mit wachem Auge!

Spätere Pflege

Nicht nur das Wasser bestimmt über das gesunde Wachstum, sondern natürlich auch die Nährstoffe im Boden. Hier habe ich noch ein Kurzvideo für Dich, wie Du aus den Inhaltsstoffen der Brennnessel einen kostenlosen, perfekten Dünger für Salate und Kohlrabi machst. Spinat und Zwiebeln brauchen den nicht. Den Dünger bekommen die Salate und Kohlrabis einmal in der Saison.

Kurzvideo für Brennnesseldünger

Wenn Du noch weitere Tipps für die Düngung suchst, dann schaue Dich mal im Biogarten Füllhorn um, dort gehe ich detailliert auf solche Fragen ein.

Ich hoffe, ich konnte Dir ein paar nützliche Anregungen für Dein Gemüsebeet geben und wünsche Dir ganz viel Erfolg und vor allen Dingen auch Freude am Wachstum Deiner Bio Schätze!

Von Herzen

Astrid

P.s.: Astrid hat ein ganz tolles E-book geschrieben, indem sie all Ihr Wissen zum Thema Biogärtnern in naturverbundener Art und Weise preisgibt. Ihr neues Buch heißt „Erfolgreich Gärtnern im Einklang mit der Natur“ und ist bei Interesse hier erhältlich: Astrid`s Gärtner-Buch

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Wir hoffen, Dir hat dieser Artikel gefallen und freuen uns auf regen Austausch in den Kommentaren!

Deine Angie und Dein Tommy mit den Kids

2 Kommentare

  1. Ein guter Artikel von der bewährten Autorin Astrid Späth. Ich mag ihre gut geschriebenen Artikel, die auf großer Erfahrung in ihrem Biogarten Füllhorn basieren. Ich selbst bewirtschafte zwei Balkone und habe natürlich auch schon ausgesät. Auf meinem Bio-Balkon wachsen Radieschen, Asiasalat und ein roter Schnittsalat. In der Wohnung wachsen ganz zart Ananaskirsche und Glockenpaprika. Bald werde ich Tomaten aussähen.

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    • Wow, Birgit das hört sich toll an was Du auf Deinem Balkon alles auf die Beine stellst. Ich verfolge auch immer Deine Bilder und sehe den Fortschritt. Klasse finde ich das. Wir fangen auch bald an. Die Kinder haben schon Salate vorgezogen, die bald rauskommen. All unsere Kräuter vom letzten Jahr scheinen überlebt zu haben, sie spriessen schon wieder. Dieses Jahr will Robin eine Maispflanze anbauen!

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